Reiss nicht leeres Papier entzwei – ‚positiver Rassismus‘

Im vorangegangenen Post habe ich ein Beispiel für eine Umgangsform mit Rassismus gezeigt, die ich selbst für problematisch halte. Dennoch gehört sie ins Spektrum der Mechanismen, die Menschen wählen, um mit Traumata umzugehen. 
Die Seele braucht Schutz. Den sucht sie sich, wo sie ihn findet. Alles kann da helfen, Menschen benutzen Drogen, das Fernsehgerät, jede Art von Spielen, das annehmen der zugeschriebenen Eigenschaften, das umformen oder gar verdrängen von Erinnerungen, eine politische Einstellung, Religion und 1000 andere Dinge, die mir so fern liegen, dass sie mir nicht mal einfallen, um sich dem Schmerz zu entziehen. 
So formt sich die eigene Persönlichkeit unter dem Einfluss der ‚Nicht-Zugehörigkeit‘ zum Normgesetzten. Die eigene Rolle wird entwickelt, unter dem Eindruck der exklusivität, des nicht allgemein mitgemeinten. 
Black is beautyful ist grober Mist. Weder sind alle Schwarzen schöner noch anmutig, nicht einmal schwarz sind sie. Zum Schwarzen werden sie gemacht, durch die Normsetzung der in kolonialer Zeit ausgedachten Zuordnung der subsaharischen Völker und deren Nachkommen. Es ist nicht die Farbe der Haut, es gibt weltweit viele dunkle Individuen, die ‚den Schwarzen‘ nicht zugeordnet werden, weil andere Kennzeichen fehlen. Es ist der Glaube an die Überlegenheit, ob biologisch oder kulturell begründet, es sind ‚Dead white peoples clothes‘ und  das bedauern der armen AidsWaisen, die ‚leider zu arm sind, sich unsere guten Medikamente leisten zu können‘. Es ist das ignorieren der Gründe, weshalb jene, die Ressourcen haben arm sind, und jene, die über keine Bodenschätze verfügen reich sind. Es ist die vorgehaltene Knarre und das mitleidige Lächeln beim Almosenverteilen. Es ist gespendeter Reis und sorgenvolles Kopfwiegen, beim Anblick überfüllter Flüchtlingslager, die entstanden, weil die Kolonialzeit in Form von eingesetzten Statthaltern weiterbesteht. Es ist Ignoranz. Es ist Dünkel. Und es ist überheblich, irgendjemandem verweigern zu wollen, aus der Hölle der Erkenntnis, das der rassistische Gedanke lebt, auf seine Weise zu fliehen. 

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