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nicht weiss ist nicht_weiss ist nicht_weiss

Aufgrund einer Formulierung wird mir gerade klar, was mich stört an dem Braun/Mixed-Konzept:
Mensch kann sich nicht als von_Rassismus und nicht_von_Rassismus_betroffen definieren.
Das ist wie ein_bisschen_schwanger.
Mensch kann vielleicht sagen: „Ich habe es leichter als jemand dessen Hautfarbe noch dunkler ist als meine“, aber da wären schon mitten in Oppression-Olympics.
Mensch kann sich zwar als ’schwarz und weiss‘ definieren, aber nicht als ‚Schwarz und weiss‘
Schwarz als politisches Konzept hat nichts mit dem Hautton der Person zu tun.
Schwarz bedeutet politisch nicht mehr als: ‚Gehört zur Gruppe derer, die nicht_weiss sind‘.
Diese Grundlage ist deshalb wichtig, weil sie Spielfelder beschreibt.
white privilege exists und das lässt sich nicht dadurch ändern, ob einzelne böse Akte nach Hautton gestaffelt mehr oder weniger häufig vorkommen.
Privilegien weisser Menschen existieren, diese unverdiente Macht und die unverdient bevorzugte Behandlung wird weissen Menschen erteilt. (Wer nachlesen möchte, worum es sich dabei handelt, möge doch bitte bei sanczny schauen) Und all die Menschen, die nicht am anderen Ende der phänotypischen Scala stehen, die in irgendeiner Form in der Hirarchie „dazwischen“ sind, und dadurch gegebenenfalls hier und dort einen Teil der bevorzugten Behandlung erfahren, die von weissen aus der Schlange der ‚ganz_ganz_anders_vielleicht_nicht_mal_Menschen‘ etwas weiter nach vorne gerufen werden, die können versuchen, damit zu dealen, aber das bedeutet, dem Konzept Rassismus zuzustimmen. Nicht einmal es gut zu heissen, aber immerhin, wer vorrückt in der Schlange, di:er tritt aus, aus der Vereinigung derer, die nicht die vollen Rechte geniessen.
Ich verurteile nicht di:en Streikbrecher_in, der sich erpressen lässt, weil zuhause seine Kinder vor Hunger quaken und ich verurteile nicht den Houseslave, aber ich zeige auf, das diese dem Herrscher in die Hände spielen.
Existenzielle Not existiert, und Jede_r muss selbst entscheiden können, wie und wie sehr si:er sich damit auseinandersetzt. Es sind schon Menschen zerbrochen daran, und es sind auch welche an gebrochenem Herzen gestorben.

Wer nicht verstanden hat, welche Kategorien greifen, wenn Menschen einander begegnen, sondern glaubt(!) in einer indoktrinierenden Gesellschaft wären Menschen kategoriefreie, leere Tafeln, die sich dank persönlicher Souveränität unabhängig von dem System, dass sie umgibt, täglich neu erfinden könnten, kann dies nur mittels Nutzung von unverdienten Vorrechten oder Aufgrund von Ignoranz. Der Glauben an dieses sich selbst neu erfinden ist niedlich. Er ist verständlich. In einer Welt,die auf dem Mythos aufbaut, eine Tellerwäscherin könne Millionärin werden kann, muss sich jede selbst aussuchen dürfen, wer si:er ist. Und wer es nicht schafft, die eigenen Träume zu verwirklichen, hat halt einen Fehler gemacht.
Aber dieser Glaube negiert die Bedingungen, denen wir unterliegen. Die Abhängigkeiten, an die wir gebunden sind. X hat es geschafft, also ist es mir und Y auch möglich? Nein, leider nicht. Zu viele Faktoren sind Vorrausetzung für eine erfolgreiche Umsetzung eigener Wünsche, als dass wir ein Scheitern als persönliche Niederlage deklarieren dürften. Das Geschlecht, die Klassenzugehörigkeit, das Entsprechen körperlicher Normen sind inzwischen anerkannte Grössen. Der Phänotyp aber soll verschleiert werden. Weil seine Wirkmacht nötig ist im nationalistischen Kapitalismus.

Meinem Kind zu sagen, es seie nicht Schwarz sondern mixed würde ihm nicht helfen, zu verstehen, weswegen es diese Privilegien nicht hat. Wenn ich meinem Kind sage, dass es Schwarz ist, leugne ich nicht, dass Teile seiner Vorfahren weiss sind. Ich bereite es vor auf eine Welt, in der sein Phänotyp nicht nicht wahrgenommen wird. Denn diese Tatsache existiert, ob uns das behagt oder nicht. Ich gebe ihm Worte, für die Gefühle, die es wahrnimmt.
Ich bereite es vor auf eine Welt, in der die Kategorie Rassismus eines der Kriterien sein wird, nach denen es beurteilt wird. Denn mein Kind ist nicht weiss. Es hat weisse Vorfahren und nicht_weisse, und das ist immer nicht_weiss.
Dennoch erkläre ich ihm noch nicht den grossen Überbau, unter dem es lebt.
Ich glaube fast, ich erkläre meinem Kind nicht die politische Bedeutung von Schwarz, weil ich es nicht so früh auf die Trost- und Hoffnungs- und Auswegslosigkeit der Kategorie hinweisen will.

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Vielleicht haben Sie ja mitbekommen, dass seit ein paar Wochen in den Kulturmagazinen der öffentlich rechtlichen über Kinderbücher gesprochen wird. Also vielmehr darüber, ob man rassistische Begriffe aus Kinderbüchern entfernen darf oder verändern.
Die Krönung der merkwürdigen Auseinandersetzung lieferte der Literaturkritiker Dennis Scheck in der ARD. Der hat nämlich in seiner Sendung Druckfrisch nicht nur die Idee verteufelt, das N-Wort zu streichen oder zu ersetzen. Sonder sich dafür auch gleich das Gesicht schwarz angemalt. Das so genannte Blackfacing ist eine klar rassistische Karrikatur schwarzer Menschen. In der Debatte um die Rassismen in Kinderbüchern kommen vor allem Menschen zu Wort, die sich nicht beleidigt fühlen durch zum Beispiel das N-Wort.

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Überall alles nur Rassismus oder schwarze Babies sind viel süsser als Weisse.

Natürlich habe ich Pippi gelesen. Als ein Kind der ’70er war ich quasi zwangsverpflichtet, mir feministische Kinderliteratur zu Gemüte zu führen. Auch die rote Zora haben meine (weißen) alternativ-bürgerlichen Eltern mir gegeben. Jim Knopf hatte ich nicht und auch nichts von Preussler, das wäre nicht aufrührerisch und alternativ genug gewesen. Aber ich kannte Jim. Die Augsburger Puppenkiste ’n stuff. Ich hasste ihn. Wegen des N*Wortes. Ich hasste es, wenn am Sonntag die unsäglichen TarzanFilme liefen. Und andere in Afrika spielende Filme, alle aus der Perspektive der weissen Herrscher, mit kleinen, augenrollenden Schwarzen, die gleichförmig ängstlich reagierten, wenn der weisse Forscher ins unentdeckte Gebiet aufbrechen wollte. Ich wusste, was am nächsten Tag in der Schule los sein würde. Sie würden mich mit diesen dummen kleinen Menschen gleichsetzen. Wegen meiner Hautfarbe und weil sie gelernt hatten, das diese eine Kategorie ist. Das es eine Kategorie: Hautfarbe gibt. Keine für Brillenträger, Segelohrenträger, Zahnspangenträger, Stotterer, was auch immer. Da war kein:“Hah Hah, gestern war eine wie Du im Fernsehen, eine XY, alle XY’s sind gleich, Du bist wie die im Fernsehen.“ XY war keine Kategorie.
Wenn ich mich beklagte, daß „die anderen Kinder mich N* genannt haben“ dann sagten meine Eltern gutmütig: „Die sind nur neidisch. Die ganzen Weissen gehen doch ins Sonnenstudio, um braun zu werden, die sind alle neidisch auf deine braune Haut.“ Ich spürte, daß etwas daran nicht stimmt, aber meine Eltern spürten da nichts. 
Die Erwachsenen der 70er waren in ihren Köpfen gefangen, in ihrer Ablehnung des HitlerReiches, in ihrem Versuch, alles besser zu machen als die eigene Eltergeneration. 
So konnten mich die Kindergärtnerinnen nicht in Schutz nehmen, wenn ich weinte, weil beim Spiel ‚Wer hat Angst vorm schwarzen Mann‘ alle vor mir fortliefen, wenn ich es hasste, das die „10 kleinen N*lein“ gesungen wurden, wenn ich aufgefordert wurde, zu zeigen, ob ich am ganzen Körper so aussähe wie Kakao. 
Die Erwachsenen mussten diese Vorfälle relativieren, bagatellisieren, weil sie sonst hätten eingestehen müssen, daß wir in einer rassistischen Gesellschaft leben. Das ich in meiner Würde bedroht werde. Sie hätten mit all den Eltern und Lehrern reden müssen, über eine Form der Ausgrenzung, für die sie Weder Verständnis noch überhaupt  Worte hatten.
Wenn ich geschubst, ausgelacht und gehänselt wurde, waren meine Lehrer_innen überzeugt, ich hätte es selbst herausgefordert. „Was hast Du denn vorher gemacht?“ fragten sie, weil es ihnen unvorstellbar war, daß es tatsächlich einfach Rassismus war, der mich ausgrenzte. 
Geschult durch die Frauenbewegung war meinen Eltern institutionelle Ausgrenzung durchaus geläufig, so wiesen mich darauf hin, das ich mich überdurchschnittlich anstrengen müsse, wenn ich positiv wahrgenommen werden wolle, aber die alltägliche Diffamierung blieb ihnen unsichtbar. 
Meine Eltern sind keine schlechten Menschen, ganz im Gegenteil, sie sind wundervolle, engagierte, sensible Menschen. Leider waren sie damals Farbenblind. „Du bist genau wie alle anderen“, sagten sie mir. Das stimmt nicht. Ich bin anders
Alle sind anders.
„Da stehst Du doch drüber“ sagten sie. Aber das Wort schmäht, es verletzt, es definiert mich in eine Gruppe. Es sagt:’Du gehörst nicht dazu.‘, Du bist nicht eine von vielen, Du bist anders. 
Nochmal: Alle sind anders.
Meine Hautfarbe ist mein Stigma. Sie definiert mich. Sie ist das Merkmal, das wahrgenommen wird, ich kann sie nicht verstecken. Ich werde über sie beschrieben, wiedererkannt. Und sie ist mit Vorurteilen behaftet. Sowohl mit bewussten als auch mit unbewussten. 
Das macht nichts. 
Wichtig, für den Fall, das es richtig erscheint und den eigenen Werten entspricht, ist nur, sich diesen Vorurteilen zu stellen, sie zu überprüfen und gegebenenfalls zu revidieren.  In jedem Einzelfall.
Anderenfalls bin ich gern bereit Borniertheit, Dünkel, Ignoranz und rassistische Sprache zu diagnostizieren.
Wenn Worte belanglos wären,dann könnte sich ja keine_r derer, die jetzt von Sprachpolizei rumeumeln darüber aufregen, daß sie dafür Rassist_innen genannt werden.
Nicht nur einmal bin ich steif vor Angst weitergegangen, wenn es mir nachgerufen wurde. Ich habe es unzählige Male gehört und mich ohnmächtig gefühlt. Es triggert mich. Auch, wenn es ‚im Spaß‘ gesagt wird. Als N*puppe. Als N*Kuss. Als N*Eis. 
Es erinnert mich daran, daß es ein leichtes ist, mich auszugrenzen, mir meine Würde abzusprechen, mir das Recht abzusprechen, der Unverletzbarkeit meines Körpers sicher zu sein.
Und wie komme ich nun dazu, aus meiner persönlichen Betroffenheit heraus, eine politische Forderung zu stellen?
Die feministische Arbeit hat vor 40 Jahren bereits aus einer Position der Betroffenheit daraufhingewiesen, daß das Private politisch ist. Mit der Forderung auf den Verzicht auf diffamierende Sprache vertrete ich nicht nur meine Empfindlichkeit, sondern ich verlange den Verzicht darauf, mich rassisch zu gruppieren, mich fremdzudefinieren, mich exclusiv zu behandeln. Ich verlange, daß ich als Person wahrgenommen werde. Ich bestehe darauf, als Mensch erlebt zu werden. Huch.


Bewegtes Heim

Nur noch ein paar Tage, dann werde ich meine Heimatstadt verlassen. Die neue Heimstatt ist beinah fertig vorbereitet, doch noch ist kaum ein Karton gepackt. Das macht mir keine Sorgen, ich bin ganz gut darin, so etwas auf den letzten Drücker zu erledigen. Befürchtungen habe ich wegen anderer Sachen.

Echte Furcht? Vielleicht nicht, doch mein Mutterherz schlägt laut auf, wenn ich von meinem dunkelhäutigen Kind höre, er befürchte, die neuen Klassenkameraden könnten ihn ablehnen, weil er schwarz ist. (Nein, mein 8-jähriger ist nicht interessiert an dem, was Mädchen über ihn denken könnten.) Natürlich machen sich viele Kinder Sorgen, sie  würden abgelehnt, wenn sie den gewohnten Bezugsrahmen wechseln. Mein Schmerz bezieht sich auf den Umstand, das sich die zunächst ungerichtete Angst des Kindes vor dem Unbekannten an seiner Hautfarbe sammelt. Mein Kind lebt nicht in einer Welt der Rassentrennung. Sowohl ich als auch sein Vater sind Schwarze in Deutschland, meine Freunde sind überwiegend Weisse, die seines Vaters großenteils schwarz.

In seiner jetzigen Schule ist der Anteil der Nicht-Weissen Kinder äusserst gering, gefühlt 5%. Er wirkt sowohl im Umgang mit Weissen als auch mit Schwarzen unbefangen. Ich habe ihn zugegebenermaßen auch wegen des geringen Anteils an Kindern mit migrantischem Hintergrund auf der Schule angemeldet.  Ist das rassistisch? Ich denke schon. Ich bin nicht stolz darauf. Aber ich habe diese Entscheidung bewusst gefällt: In dieser Stadt, die seit Schliessung der Zechen durch hohe Arbeitslosigkeit geprägt ist, ist durch die gescheiterte Integration der seit den 60er Jahren eingeladenen Migranten (Nein, Frauen wurden nicht eingeladen.) eine starke Trennung zwischen Weissen und als zugezogene, andersartige, fremde Wahrgenommene etabliert. Die Ghettoisierung der Stadt ist stark ausgeprägt, die Mechanismen der Ausgegrenzten, sich zu ethnisch homogenen Gruppen zusammenzuschließen ein seit Jahren (Jahrzehnten?) beobachteter Standard. Ich hatte gehofft, dem bei meinem Kind entgegenwirken zu können.

Nach eigener Aussage wurde er in der Schule genau einmal mit dem N*-Wort beschimpft und hat das der Lehrerin gemeldet. Den Eltern des rassistisch handelnden Kind wurde nahegelegt, das Kind zu maßregeln. Es hat sich nicht bei meinem Kind entschuldigt, das Schimpfwort aber auch nicht wiederholt. Ich finde das gut, denn ein Kind, das noch nicht reflektiert, zu einer Entschuldigung zu zwingen fördert durch Demütigung nur Ressentiments der anderen Partei gegenüber.

Mein Kind spielt sowohl mit Kindern deutscher Herkunft als auch mit denen nicht-deutscher Abstammung. In den letzten Monaten aber hat sich die Gestaltung der Pausen entwickelt zu einem Zusammenschluss der 4 Jungen mit dunklerer Haut, die augenscheinlich (nicht jedoch tatsächlich) migrantischem Hintergrund entstammen. Dies war nun die Rabaukentruppe, die auffälligen Jungen der Klasse. Warum ist das geschehen? Diese 4 Jungen sprechen perfekt Deutsch, sind durch deutsche Kultur geprägt, es gibt messbar grössere Unterschiede unter den weissen Kindern im Hinblick auf Tagesgestaltung, Alltagsrituale, Religiösität, etc. als zu den 4en, die nun hier eine Pausenhofgang bilden. Welche Gemeinsamkeiten erleben diese Jungen aneinander, welche werden auf sie projiziert?

Ich hoffe auf eine weniger separatistische Zukunft am neuen Heimatort.


"The Talk"

Natürlich hatte ich „Das Gespräch“ mit meinen Kindern.
Meine Kinder sind bedroht. Wenn meine Kinder Rechtsradikalen begegnen, dann ist eines von Ihnen aufgrund seiner Hautfarbe bedroht. Das andere hingegen ist eine ‚passing Black‚-Person, das heisst es geht bei Denjenigen als weisses Kind durch, die nicht wissen, daß ich die Mutter bin. Für dieses Kind bedeutet es eine schmälerung seines Privilegs als mein Kind wahrgenommen zu werden. Wenn ich das ‚passing Black‚-Kind irgendwo abhole, um es in Obhut zu nehmen, dann ist das nur ein bedingter Vorteil für das Kind, denn rechtsradikale Gemüter könnten dadurch auf es aufmerksam werden. Für einen erneuten Besuch des Kindes in solchen Gegenden ist es Vorteilhaft, Beobachter nicht durch allzu große Vertraulichkeit auf verwandtschaftliche Verhältnisse Aufmerksam zu machen. Ich brauche ’solche Gegenden‘ nicht zu erklären. No-go-areas existieren.
Ich hatte also mit beiden Kindern ‚Das Gespräch‘ und ich habe ihnen verschiedene Ratschläge gegeben.
Dem dunkelhäutigen Kind habe ich gesagt, das es in Gefahr ist, wenn es rassistisch beleidigt wird. Das es sich in Acht nehmen muss, wenn es aufgrund der Farbe seiner Haut, wegen der Struktur seiner Haare gehänselt wird.
Dem hellhäutigen Kind habe ich das nicht sagen müssen. Es hat das Privileg, weiss zu sein. Wenn es mit dem weissen Teil seiner Verwandtschaft unterwegs ist, dann genießt es die Normalität. Aber es nutzt sein Privileg. Es steht auf, wenn es von Rassismus hört. Dies bürdet ihm auf, sich schon in jungen, sehr jungen Jshren mit der Gnadenlosigkeit der Welt auseinandesetzen zu müssen. Ich sagte dem hellhäutigen Kind, es könne ruhigen Gewissens genießen, sich in meiner Abwesenheit ‚Normal‘ zu fühlen. Es war erleichtert, denn es hatte sich geschämt, meine Anwesenheit in der Öffentlichkeit ambivalent zu erleben.
Mein dunkelhäutiges Kind wird die Chance in der Masse unterzugehen nicht haben. Man erinnert sich an dieses Kind. Es hat nicht die Möglichkeit, sich in der Normalität zu verstecken, wenn es gerade mal unbeobachtet sein möchte. Mein dunkelhäutiges Kind beisst die Zähne zusammen. Es ist höflich. Es spricht sehr korrekt. Mein dunkelhäutiges Kind steht unter Druck. Es hat längst gelernt, dass seine Erscheinung ‚Anders‘ ist. Weder in den Büchern noch in der Werbung noch im TV noch in Kindergarten oder Schule entspricht es ‚der Norm‘. Damit nicht genug, wird es auf seine Andersartigkeit ja auch angesprochen, „Du brauchst ja keine Sonnenmilch, kein Sonnenhütchen„,  „Nun seh ich aus wie Du, ich war im Urlaub/ auf der Sonnenbank, sicher werden wir nun verwechselt, Hahaha„. Bei dem dunkelhäutigen Kind trauen sich Erzieher und wildfremde Menschen Grenzen zu übertreten, die die körperliche Selbstbestimmung des Kindes überschreiten. Es wird mit ihm umgegangen, als seie es ein bemitleidenswertes Kuscheltier. Ich musste ihm sagen, dass es das Recht hat, sich gegen übergriffiges Verhalten zu wehren. Auch bei Weisungsbefugten. 
Selbstverständlich habe ich mit beiden Kindern besprochen, was sie tun können/müssen, wenn Menschen sie berühren, ohne dass sie das wollen, bei dem dunkelhäutigen Kind ist das allerdings Alltag. Wenn es sich dagegen verwehrt, dann setzen beim Gegenüber die üblichen Reflexe der Schuldverschiebung ein. 

Daher: natürlich musste ich mit meinen Kindern darüber sprechen, was sie erwartet von Weissen und wie sie sich zu verhalten haben.


Amy’s Tod ist nicht so schlimm wie 1000 tote Kinder

Kinder, die wegen der Ausbeutung der sogen. 3tten Welt sterben, 
sind nicht nur Tote 
sondern auch ein Politikum, dem wir uns zu stellen haben, 
aber für jeden der Amy W. sein Herz geschenkt hat 
ist ihr Tod zur Zeit eben anrührender.
Vergleichen hieße beiden Unrecht tun.
Warum aufrechnen? 
Solange Menschen in der Lage sind etwas zu fühlen, sind sie nicht verloren. Wenn wir aber sagen: dieses ist schlimm,aber jenes ist schlimmer werden wir zynisch.
1000e Menschen die verhungern sind dringend. Weil wir, die Weltgemeinschaft, die imaginäre, vielleicht einige retten können.

Eine tote Sängerin ist schlimm, aber nicht dringend.


Es drängt aber, ein Umgehen miteinander zu finden, das nicht aus Häme besteht, nur weil jemand öffentlich scheitert.


Persönlich

Manche von Euch wissen ja schon dass ich 2 wundervolle Minderjährige bei mir beherbergen darf, weil das Universum irgendwann wohlmeinend entschieden hat ich seie nun ausreichend gereift und hinreichend gestärkt um zu erziehen. Nicht das ich das so befunden hätte. Dennoch bin ich -da nun einmal in diese Situation hineingestellt- bereit ihr verantwortlich zu begegnen. Um zu verhindern, dass diese phantastischen, unverdorbenen und zarten Seelen der Flut des Schreckens dieser Welt ausgesetzt sind, bevor sie dem etwas entgegenzusetzen haben habe ich entschieden das es unnötig ist, sie mit Müll vollzustopfen. Natürlich kenne ich die offenbar unerlässlichen Anwürfe meiner Umgebung, von:“ES GIBT GARKEIN BIO, DAS IST ALLES QUATSCH UND PANIKMACHE“ über „ALLES WAS WACHST IST BIO, DENK DOCH MAL NACH, DU…“ bis hin zu „DU HÄLST DICH WOHL FÜR WAS BESSERES“. das aber bleibt in der Familie und daher nicht so wichtig wie das Geschrei sich dünkt, entscheidender ist; das Aufgrund der Tatsache das ich -nicht auch sondern eher insbesondere- die geistige Hege der 2 Besten verfolge nun die Repressionsmaschine der ARGE  zuschnappt.. (Natürlich muss ich aufstocken. Wer kann denn heute mit einem Gehalt 3 Personen versorgen. Der kann mir ja mal was abgeben.)Ich habe also die 2 Besten auf einer Schule angemeldet, auf welcher sie in ihrer Entwicklung gefördert werden, indem sie da abgeholt werden, wo sie in ihrer Entwicklung sind. Egal aber aus welchem Grund ich die Schule auswähle, hat keine staatliche Institution das Recht, mir dabei in die Quere zu kommen. (Überhaupt müsste ich eigentlich ein Gehalt dafür bekommen, das ich die 2 Besten eben nicht der allgemeinen Verrohung Anheim fallen lasse,  sie täglich aktiv vor kosumgerichteten Medien schütze und das Reifen ihrer Seelen und Hirne kndgerecht stimuliere anstatt sie mit Werbung und verrohendem, sexualisierendem und zu Gewalt inspirierendem „Spielzeug“ abzustumpfen.) Nun also die ARGE: …da sie offenbar über Rücklagen in nicht unbeträchtlicher Höhe verfügen, was sich daraus erschliessen lässt, dass sie in der Lage sind für beide Kinder Schulgeld zu bezahlen…, …fordern wir sie auf, uns Auskunft über ihre uns bislang verschwiegenen Einkünfte und/oder über Sparvermögen oder andere Geldwerte Mittel zu geben. Andernfalls sehen wir uns gezwungen ihnen die gewährten Bezüge zu streichen und die bisher zu Unrecht geleisteten Bezüge zurückzufordern.


Danielle Boodoo-Fortuné

Trinidadian poet and artist

The Mixedbetweener

In Between Cultures, Languages and Identities and More...

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