Archiv der Kategorie: Kultur

Euer Abrücken gefährdet mich

Die „normalen, besorgten Bürger“ stellen sich halt unter ‚Nazi’s‘ Bomberjackentragende Schlägertrupps vor. Und meinen, das die ja auch nicht ganz unrecht haben. Sie denken nicht weiter an die Nazi’s, die den Hitlerfaschismus möglich gemacht haben. Die auch damals besorgte Bürger_innen waren. nichts weiter. Doch, etwas weiter. Bürger_innen, die verkannt haben, wo der Feind steht. Der Feind der Menschen ist das kapitalistische System. Wer sich Bürger_in nennen kann hat schon ein grosses Privileg: die verbrieften, Bürgerechte. Jede_r Deutsche hat das Recht auf EU- und kommunaler Ebene zu wählen, das Recht auf eine gute Verwaltung, das Recht auf Zugang zu Dokumentationen, das Recht auf Bürgerbeauftragte, das Petitionsrecht, und das Recht auf diplomatischen Schutz. Das sind Rechte, die in Deutschland lebenden Menschen, die keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, nicht gewährt werden. Die rechten Parteien gehen da weiter, sie wollen diese Rechte auch denen nehmen, die nicht ihrer Vorstellung von Deutschen entsprechen. zur Zeit aufgrund der JAhrelangen Vorbereitung durch Politik und Medien: Muslimas und Muslime. Das es auch um andere Menschen geht, um Non-Citizens, um Schwarze Deutsche, genauer: um Alle, die nicht den einfältigen Vorstellungen von arischer Herkunft entsprechen, das sehe ich. Weil ich mitgemeint bin.

Einer der Gründe, weswegen die Jahrzehntelange Verharmlosung des rechten Randes und die Zulassung der NPD in den Parlamenten gefährlich war: weil es dazu führte, das NaziParolen heute als legitime Meinung erachtet werden.
Ich möchte Euch, die Ihr weiss seid, dringend bitten, Euch, auch wenn es wenig lustig ist, damit auseinanderzusetzen. Geht dem Gespräch mit den Pegidisten nicht aus dem Weg.  Ihr habt das Privileg, nicht deshalb zusammengeschlagen zu werden weil ihr äusserlich nicht in das Konzept derer passt, die da demonstrieren.
Ich will das nicht mehr machen. Ich will nicht mit Menschen reden, die sagen, ich würde hier nicht hingehören. Ich will nicht mit Menschen verhandeln, die den Weg bereiten für die die mich töten wollen.
Euer Schweigen und Euer Abwenden macht die Gefährdung für Menschen wie mich grösser.

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Haare, Haaaare, Haaaaaaaaaare

Die supertolle Jenny Curliciuos hat mir persönlich schon viele gute Tips zur Pflege und zum Schutz meiner Haare gegeben. Nun macht sie einen Channel daraus, hier ein Link zum Trailer.
Ich freu mich jedenfalls drauf.


nicht weiss ist nicht_weiss ist nicht_weiss

Aufgrund einer Formulierung wird mir gerade klar, was mich stört an dem Braun/Mixed-Konzept:
Mensch kann sich nicht als von_Rassismus und nicht_von_Rassismus_betroffen definieren.
Das ist wie ein_bisschen_schwanger.
Mensch kann vielleicht sagen: „Ich habe es leichter als jemand dessen Hautfarbe noch dunkler ist als meine“, aber da wären schon mitten in Oppression-Olympics.
Mensch kann sich zwar als ’schwarz und weiss‘ definieren, aber nicht als ‚Schwarz und weiss‘
Schwarz als politisches Konzept hat nichts mit dem Hautton der Person zu tun.
Schwarz bedeutet politisch nicht mehr als: ‚Gehört zur Gruppe derer, die nicht_weiss sind‘.
Diese Grundlage ist deshalb wichtig, weil sie Spielfelder beschreibt.
white privilege exists und das lässt sich nicht dadurch ändern, ob einzelne böse Akte nach Hautton gestaffelt mehr oder weniger häufig vorkommen.
Privilegien weisser Menschen existieren, diese unverdiente Macht und die unverdient bevorzugte Behandlung wird weissen Menschen erteilt. (Wer nachlesen möchte, worum es sich dabei handelt, möge doch bitte bei sanczny schauen) Und all die Menschen, die nicht am anderen Ende der phänotypischen Scala stehen, die in irgendeiner Form in der Hirarchie „dazwischen“ sind, und dadurch gegebenenfalls hier und dort einen Teil der bevorzugten Behandlung erfahren, die von weissen aus der Schlange der ‚ganz_ganz_anders_vielleicht_nicht_mal_Menschen‘ etwas weiter nach vorne gerufen werden, die können versuchen, damit zu dealen, aber das bedeutet, dem Konzept Rassismus zuzustimmen. Nicht einmal es gut zu heissen, aber immerhin, wer vorrückt in der Schlange, di:er tritt aus, aus der Vereinigung derer, die nicht die vollen Rechte geniessen.
Ich verurteile nicht di:en Streikbrecher_in, der sich erpressen lässt, weil zuhause seine Kinder vor Hunger quaken und ich verurteile nicht den Houseslave, aber ich zeige auf, das diese dem Herrscher in die Hände spielen.
Existenzielle Not existiert, und Jede_r muss selbst entscheiden können, wie und wie sehr si:er sich damit auseinandersetzt. Es sind schon Menschen zerbrochen daran, und es sind auch welche an gebrochenem Herzen gestorben.

Wer nicht verstanden hat, welche Kategorien greifen, wenn Menschen einander begegnen, sondern glaubt(!) in einer indoktrinierenden Gesellschaft wären Menschen kategoriefreie, leere Tafeln, die sich dank persönlicher Souveränität unabhängig von dem System, dass sie umgibt, täglich neu erfinden könnten, kann dies nur mittels Nutzung von unverdienten Vorrechten oder Aufgrund von Ignoranz. Der Glauben an dieses sich selbst neu erfinden ist niedlich. Er ist verständlich. In einer Welt,die auf dem Mythos aufbaut, eine Tellerwäscherin könne Millionärin werden kann, muss sich jede selbst aussuchen dürfen, wer si:er ist. Und wer es nicht schafft, die eigenen Träume zu verwirklichen, hat halt einen Fehler gemacht.
Aber dieser Glaube negiert die Bedingungen, denen wir unterliegen. Die Abhängigkeiten, an die wir gebunden sind. X hat es geschafft, also ist es mir und Y auch möglich? Nein, leider nicht. Zu viele Faktoren sind Vorrausetzung für eine erfolgreiche Umsetzung eigener Wünsche, als dass wir ein Scheitern als persönliche Niederlage deklarieren dürften. Das Geschlecht, die Klassenzugehörigkeit, das Entsprechen körperlicher Normen sind inzwischen anerkannte Grössen. Der Phänotyp aber soll verschleiert werden. Weil seine Wirkmacht nötig ist im nationalistischen Kapitalismus.

Meinem Kind zu sagen, es seie nicht Schwarz sondern mixed würde ihm nicht helfen, zu verstehen, weswegen es diese Privilegien nicht hat. Wenn ich meinem Kind sage, dass es Schwarz ist, leugne ich nicht, dass Teile seiner Vorfahren weiss sind. Ich bereite es vor auf eine Welt, in der sein Phänotyp nicht nicht wahrgenommen wird. Denn diese Tatsache existiert, ob uns das behagt oder nicht. Ich gebe ihm Worte, für die Gefühle, die es wahrnimmt.
Ich bereite es vor auf eine Welt, in der die Kategorie Rassismus eines der Kriterien sein wird, nach denen es beurteilt wird. Denn mein Kind ist nicht weiss. Es hat weisse Vorfahren und nicht_weisse, und das ist immer nicht_weiss.
Dennoch erkläre ich ihm noch nicht den grossen Überbau, unter dem es lebt.
Ich glaube fast, ich erkläre meinem Kind nicht die politische Bedeutung von Schwarz, weil ich es nicht so früh auf die Trost- und Hoffnungs- und Auswegslosigkeit der Kategorie hinweisen will.


was sie sagt

„Nutze deine Chance“

sagt sie,

„Wenn Du Dich hier anstrengst,

dann kannst Du wer sein.

Nicht mehr Hartz4,

ich biete Dir

ein angesehenes Leben.

Du musst nur fleissig tun,

was ich sage,“

sagt sie,

und „ich verspreche Dir,

niemand wird mehr auf dich herabsehen.

Ich staffiere Dich aus

mit allem, was Respekt verschafft,

dann ist deine Hautfarbe ganz egal.“

„Pass dich an“,

sagt sie,

„halte den Rasen kurz und zupf das Unkraut aus,

dann sag ich den Nachbarn, dass du genau wie wir bist,

genau wie eine weisse.“


Überall alles nur Rassismus oder schwarze Babies sind viel süsser als Weisse.

Natürlich habe ich Pippi gelesen. Als ein Kind der ’70er war ich quasi zwangsverpflichtet, mir feministische Kinderliteratur zu Gemüte zu führen. Auch die rote Zora haben meine (weißen) alternativ-bürgerlichen Eltern mir gegeben. Jim Knopf hatte ich nicht und auch nichts von Preussler, das wäre nicht aufrührerisch und alternativ genug gewesen. Aber ich kannte Jim. Die Augsburger Puppenkiste ’n stuff. Ich hasste ihn. Wegen des N*Wortes. Ich hasste es, wenn am Sonntag die unsäglichen TarzanFilme liefen. Und andere in Afrika spielende Filme, alle aus der Perspektive der weissen Herrscher, mit kleinen, augenrollenden Schwarzen, die gleichförmig ängstlich reagierten, wenn der weisse Forscher ins unentdeckte Gebiet aufbrechen wollte. Ich wusste, was am nächsten Tag in der Schule los sein würde. Sie würden mich mit diesen dummen kleinen Menschen gleichsetzen. Wegen meiner Hautfarbe und weil sie gelernt hatten, das diese eine Kategorie ist. Das es eine Kategorie: Hautfarbe gibt. Keine für Brillenträger, Segelohrenträger, Zahnspangenträger, Stotterer, was auch immer. Da war kein:“Hah Hah, gestern war eine wie Du im Fernsehen, eine XY, alle XY’s sind gleich, Du bist wie die im Fernsehen.“ XY war keine Kategorie.
Wenn ich mich beklagte, daß „die anderen Kinder mich N* genannt haben“ dann sagten meine Eltern gutmütig: „Die sind nur neidisch. Die ganzen Weissen gehen doch ins Sonnenstudio, um braun zu werden, die sind alle neidisch auf deine braune Haut.“ Ich spürte, daß etwas daran nicht stimmt, aber meine Eltern spürten da nichts. 
Die Erwachsenen der 70er waren in ihren Köpfen gefangen, in ihrer Ablehnung des HitlerReiches, in ihrem Versuch, alles besser zu machen als die eigene Eltergeneration. 
So konnten mich die Kindergärtnerinnen nicht in Schutz nehmen, wenn ich weinte, weil beim Spiel ‚Wer hat Angst vorm schwarzen Mann‘ alle vor mir fortliefen, wenn ich es hasste, das die „10 kleinen N*lein“ gesungen wurden, wenn ich aufgefordert wurde, zu zeigen, ob ich am ganzen Körper so aussähe wie Kakao. 
Die Erwachsenen mussten diese Vorfälle relativieren, bagatellisieren, weil sie sonst hätten eingestehen müssen, daß wir in einer rassistischen Gesellschaft leben. Das ich in meiner Würde bedroht werde. Sie hätten mit all den Eltern und Lehrern reden müssen, über eine Form der Ausgrenzung, für die sie Weder Verständnis noch überhaupt  Worte hatten.
Wenn ich geschubst, ausgelacht und gehänselt wurde, waren meine Lehrer_innen überzeugt, ich hätte es selbst herausgefordert. „Was hast Du denn vorher gemacht?“ fragten sie, weil es ihnen unvorstellbar war, daß es tatsächlich einfach Rassismus war, der mich ausgrenzte. 
Geschult durch die Frauenbewegung war meinen Eltern institutionelle Ausgrenzung durchaus geläufig, so wiesen mich darauf hin, das ich mich überdurchschnittlich anstrengen müsse, wenn ich positiv wahrgenommen werden wolle, aber die alltägliche Diffamierung blieb ihnen unsichtbar. 
Meine Eltern sind keine schlechten Menschen, ganz im Gegenteil, sie sind wundervolle, engagierte, sensible Menschen. Leider waren sie damals Farbenblind. „Du bist genau wie alle anderen“, sagten sie mir. Das stimmt nicht. Ich bin anders
Alle sind anders.
„Da stehst Du doch drüber“ sagten sie. Aber das Wort schmäht, es verletzt, es definiert mich in eine Gruppe. Es sagt:’Du gehörst nicht dazu.‘, Du bist nicht eine von vielen, Du bist anders. 
Nochmal: Alle sind anders.
Meine Hautfarbe ist mein Stigma. Sie definiert mich. Sie ist das Merkmal, das wahrgenommen wird, ich kann sie nicht verstecken. Ich werde über sie beschrieben, wiedererkannt. Und sie ist mit Vorurteilen behaftet. Sowohl mit bewussten als auch mit unbewussten. 
Das macht nichts. 
Wichtig, für den Fall, das es richtig erscheint und den eigenen Werten entspricht, ist nur, sich diesen Vorurteilen zu stellen, sie zu überprüfen und gegebenenfalls zu revidieren.  In jedem Einzelfall.
Anderenfalls bin ich gern bereit Borniertheit, Dünkel, Ignoranz und rassistische Sprache zu diagnostizieren.
Wenn Worte belanglos wären,dann könnte sich ja keine_r derer, die jetzt von Sprachpolizei rumeumeln darüber aufregen, daß sie dafür Rassist_innen genannt werden.
Nicht nur einmal bin ich steif vor Angst weitergegangen, wenn es mir nachgerufen wurde. Ich habe es unzählige Male gehört und mich ohnmächtig gefühlt. Es triggert mich. Auch, wenn es ‚im Spaß‘ gesagt wird. Als N*puppe. Als N*Kuss. Als N*Eis. 
Es erinnert mich daran, daß es ein leichtes ist, mich auszugrenzen, mir meine Würde abzusprechen, mir das Recht abzusprechen, der Unverletzbarkeit meines Körpers sicher zu sein.
Und wie komme ich nun dazu, aus meiner persönlichen Betroffenheit heraus, eine politische Forderung zu stellen?
Die feministische Arbeit hat vor 40 Jahren bereits aus einer Position der Betroffenheit daraufhingewiesen, daß das Private politisch ist. Mit der Forderung auf den Verzicht auf diffamierende Sprache vertrete ich nicht nur meine Empfindlichkeit, sondern ich verlange den Verzicht darauf, mich rassisch zu gruppieren, mich fremdzudefinieren, mich exclusiv zu behandeln. Ich verlange, daß ich als Person wahrgenommen werde. Ich bestehe darauf, als Mensch erlebt zu werden. Huch.


ein klein wenig unabsichtlicher Rassismus


Rassismus ist ein Herrschaftskonstrukt, dass der dominanten Gruppe unter Zuhilfenahme tatsächlicher biologische Merkmale zur eigenen Vorteilsnahme dient. Schon die Sammlung, die Erfassung der Merkmale ist nicht unparteiisch, sondern erfolgt unter der Bedingung eigener normativer Wertung, die, zum Ausgangspunkt genommen, als Standard gesetzt wird. Auf dieser Grundlage werden die erfassten Merkmale mit zugeschriebenen Eigenschaften verknüpft, die ein subjektives Urteil objektiv darstellen sollen. Mithilfe der zugeschriebenen und als unveränderbar deklarierten Eigenschaften wird vom Machthabenden der Zugang zu materiellen und immateriellen Ressourcen kritisch begleitet, mit Auflagen belegt oder ganz verweigert. Dieses  Kontrollinstrument wird verwandt, um es privilegierten Menschen zu ermöglichen, aus einer Position die Ihnen grösstmögliche Spielräume lässt, eigene Ansprüche auf Privilegien durchzusetzen. Es dient also der Legitimierung von direkter und indirekter (struktureller, institutioneller) Unterdrückung. 
Um Kategorien der Zugehörigkeit zu erzeugen ist es unabdingbar, Sprache als Instrument der Erfassung standardisiert erfasster menschlicher Merkmale zu Nutzen. Den Regeln der Gruppenbildung folgend geschieht die Grenzziehung unter Anwendung von Abgrenzung von dem als ‚anders‘ gewähnten Gegenüber. Der ‚Clan‘, der ‚Stamm‘, das sind immer die ‚Anderen, das sind ‚Jene‘, die Exoten, die sich selbst womöglich nicht einmal als zusammengehörig wahrnehmen. Sie sind es aus der Sicht, der es ihnen zuschreibenden, der über sie damit bestimmenden, aus der Sicht der Bestimmer. (Hier liegt übrigens der Schlüssel zum Verständnis, weshalb Gruppen sich dagegen verwehren, benannt zu werden und sich davon abgrenzend selbst bezeichnen.) Durch diese konstruierten Begriffe werden Realitäten geschaffen. Dem Begriff folgend wird in der Welt der Vorstellungen der/des Leser_in eine Kategorie erschaffen.
Das Instrument zur Ausübung der Dominanz ist notwendigerweise Sprache, in der sich überall die wertende Normierung finden lässt.
(Weiterführend empfehle ich die Lektüre: Susan Arndt & Nadja Ofuatey-Alazard (Hg.)Wie Rassismus aus Wörtern spricht; (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache; Ein kritisches Nachschlagewerk)
In der globalisierten Welt ist Rassismus den Herrschenden das Mittel der Wahl um weiter ungestört Menschen ausbeuten zu können, die schon in kolonialen Zeiten als die Schwächeren im Darwinistischen Sinne projiziert wurden. Mit menschenverachtender ‚Entwicklungshilfe‘ oder Neusprech ‚Entwicklungszusammenarbeit‘ werden Volkswirtschaften als Armenhäuser der Welt gesetzt. Bildung nach westlichem Standard wird als Maß bestimmt und dabei wird geflissentlich die seit Jahrhunderten andauernde rohe Knute unerwähnt gelassen. 
Der ausgebeutete Mensch unterliegt offenbar leicht den ‚ Divide et impera‘-Ränken der Machthaber, nicht von der Hand zu weisen ist ja ein Profit für den Einzelnen, der ihn zumindest überleben lässt. Und wer sich selbst als austauschbar erfährt, der fürchtet im ‚Anderen‘ den Konkurrenten aus dem anderen Lager, den nicht der eigenen Gruppe Zugehörigen. Wo die Politik von Wirtschaftsflüchtlingen spricht, da leistet sie dem Rassismus vorschub. Wo sie Asylbewerber_innen aufgrund von Verfolgung wegen „Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe, politischer Überzeugung oder vergleichbaren persönliche Eigenschaften oder Verhaltensweisen“ einen Aufenthaltsstatus zubilligen, ihn aber verneinen wenn Menschen aus ausbeuterischen Verhältnissen fliehen, da offenbart sich die hässliche Fratze des am eigenen Wohlstand unbedingt Interessierten. Das Kapital hat in den Ländern der Migrant_innen eine wüste Ödnis verursacht. Die Migrant_innen sind Opfer dieser ungerechten kapitalistischen Unordnung. Sie sind doppelt Opfer, weil sie zusätzlich verantwortlich gemacht werden für das Sichtum des Landes, dem sie abstammen. Der Rassismus geht hier noch einen Schritt weiter und überträgt die zugeschriebenen Merkmale auch Alljenen, die er als in ähnlicher Weise abweichend von der eigenen normierten Standardtypisierung erfährt.
Ausweg daraus kann letztlich nur der Aufbau eines humanen Solidarsystems bieten.

War

Sinnead O’Connor sagte uns einst mit so klaren Worten dass Krieg herrscht. Und das stimmt ja, dass Wissen wir. Und wir kennen die Feinde. Die Wut, die wir in uns tragen sollten wir nicht aneinander verschwenden. Denn das liesse uns die wahren Verbrecher schonen und Ihrem Willen folgen.
Und das wär doch echt mal dumm.

Until the philosophy,
Which holds one race superior
And another inferior,
Is finally and permanently
Discredited and abandoned,
Everywhere is war.
Until there is no longer first class
Or second class citizens of any nation.
Until the color of a man’s skin,
Is of no more significance then
The color of his eyes,
I’ve got to say „war“.
That until the basic human rights,
Are equally guaranteed to all,
Without regard to race,
I say „war“
Until that day the dream of lasting peace,
World-citizenship and the rule of
International morality will remain
Just a fleeting illusion to be pursued,
But never obtained.
And everywhere is war.
Until the ignoble and unhappy regime
Which holds all of us through,
Child-abuse, yeah, child-abuse yeah,
Sub-human bondage has been toppled,
Utterly destroyed,
Everywhere is war.
War in the east,
War in the west,
War up north,
War down south,
There is war,
And the rumors of war.
Until that day,
There is no continent,
Which will know peace.
Children, children.
Fight!
We find it necessary.
We know we will win.
We have confidence in the victory
Of good over evil

Anweisungen, um sich nicht wie ein Dummkopf Aufzuführen, nachdem Du des Rassismus bezichtigt wurdest.

Ich fand diesen Text und möchte ihn Euch hier gern zur Verfügung stellen:
  1.   Atme. Bleibe ruhig und höflich. Brenne keine Brücken nieder. Wenn jemand zu Dir gesagt hat „ich denke, das klingt ein bisschen rassistisch“, verwechsele es nicht mit: „Du bist rassistischer Abschaum wie der Klu Klux Klan “ (das ist ein Fehler, den eine erstaunliche Anzahl von weißen Menschen machen). Die Antwort, die Dir in den ersten zehn oder zwanzig Sekunden einfällt,  wird wahrscheinlich Deiner Verteidigungshaltung entspringen, nicht Deinem Gehirn, also wahrscheinlich ist es nicht gut, zu sagen, was Dir als erstes einfällt.
  2.  Nimm die Kritik ernst –  weise sie nicht zurück, ohne darüber nachzudenken. Vor allem, wenn die Kritik von einer PoC kommt – schwarze Menschen in unserer Gesellschaft neigen zwangsläufig dazu, sich stärker über Rassismus bewusst zu sein, als die meisten Weißen, und sie greifen Dinge auf, die die meisten Weißen übersehen. (Auf der anderen Seite, bringe nicht PoC in die Position Dein Anwalt oder Richter zu sein.)
  3. Nimm es nicht persönlich. Generell ist es einfach an Dir, Dich zu entschuldigen, für das, was du gesagt hast und die Welt sich weiter drehen zu lassen. Besonders, wenn Du in einem Meeting oder etwas ähnlichem bist. widerstehe Deinem Verlangen, in das Treffen ein Seminar einzuschalten, Wie sehr Ihr gegen Rassismus Seid. Das Thema des Gesprächs ist wahrscheinlich nicht „Unsere vielen engen schwarzen Freunde und Unsere aufrichtige langjährige und tiefe Abscheu des Rassismus.“ Betrachte es als ob Dich jemand darauf aufmerksam macht, dass Du Deine Nase putzen solltest, weil dir ein großer Klumpen Rotz heraushängt. Was zu tun ist, ist: „Oh, entschuldigen Sie mich“ sagen, die Nase wischen, und weitermachen. Darauf zu bestehen, dass alle  Dir auf den Rücken klopfen und Dir versichern, dass sie merken, dass Dir nicht immer Rotz aus der Nase hängt, bevor das Gespräch weitergehen kann, ist nicht produktiv.
  4. Lasse Gelegentliche unfaire Anschuldigungen an Dir abprallen. Manchmal, auch nachdem Du ernsthaft Überlegt hast, wirst du zu dem Schluss kommen, dass eine Kritik ungerecht war. Nun gut! Jetzt wende Dich anderem zu. Versuche nicht zu erreichen, daß jeder mit Dir einverstanden ist. Bitte keine schwarzen Menschen im Raum, Dich als Offiziell nicht-rassistisch zertifizieren. Bitte auch keine weissen Menschen darum. Dreh Dich nicht wieder und wieder darum, Wochen oder Monate, nachdem alle anderen die ursprüngliche Diskussion vergessen haben. Mit anderen Worten, siehe Punkt 3.
(erneut editiert)

Reiss nicht leeres Papier entzwei – ‚positiver Rassismus‘

Im vorangegangenen Post habe ich ein Beispiel für eine Umgangsform mit Rassismus gezeigt, die ich selbst für problematisch halte. Dennoch gehört sie ins Spektrum der Mechanismen, die Menschen wählen, um mit Traumata umzugehen. 
Die Seele braucht Schutz. Den sucht sie sich, wo sie ihn findet. Alles kann da helfen, Menschen benutzen Drogen, das Fernsehgerät, jede Art von Spielen, das annehmen der zugeschriebenen Eigenschaften, das umformen oder gar verdrängen von Erinnerungen, eine politische Einstellung, Religion und 1000 andere Dinge, die mir so fern liegen, dass sie mir nicht mal einfallen, um sich dem Schmerz zu entziehen. 
So formt sich die eigene Persönlichkeit unter dem Einfluss der ‚Nicht-Zugehörigkeit‘ zum Normgesetzten. Die eigene Rolle wird entwickelt, unter dem Eindruck der exklusivität, des nicht allgemein mitgemeinten. 
Black is beautyful ist grober Mist. Weder sind alle Schwarzen schöner noch anmutig, nicht einmal schwarz sind sie. Zum Schwarzen werden sie gemacht, durch die Normsetzung der in kolonialer Zeit ausgedachten Zuordnung der subsaharischen Völker und deren Nachkommen. Es ist nicht die Farbe der Haut, es gibt weltweit viele dunkle Individuen, die ‚den Schwarzen‘ nicht zugeordnet werden, weil andere Kennzeichen fehlen. Es ist der Glaube an die Überlegenheit, ob biologisch oder kulturell begründet, es sind ‚Dead white peoples clothes‘ und  das bedauern der armen AidsWaisen, die ‚leider zu arm sind, sich unsere guten Medikamente leisten zu können‘. Es ist das ignorieren der Gründe, weshalb jene, die Ressourcen haben arm sind, und jene, die über keine Bodenschätze verfügen reich sind. Es ist die vorgehaltene Knarre und das mitleidige Lächeln beim Almosenverteilen. Es ist gespendeter Reis und sorgenvolles Kopfwiegen, beim Anblick überfüllter Flüchtlingslager, die entstanden, weil die Kolonialzeit in Form von eingesetzten Statthaltern weiterbesteht. Es ist Ignoranz. Es ist Dünkel. Und es ist überheblich, irgendjemandem verweigern zu wollen, aus der Hölle der Erkenntnis, das der rassistische Gedanke lebt, auf seine Weise zu fliehen. 


Mache mir die Welt – wenn es so einfach wär

10 000 Seelendorf in Österreich ich dort als (vorsicht Trigger) N*junge,
10 000 Sprüche, dumme!
Gutgemeint
als Antwort meine Zunge,
Du findest es nicht schlimm wenn man Dich auslacht,
meiner Meinung nach – ist es die Summe die es ausmacht
erfahre absehbares grabschen nach der Haarpracht, die Wuschelhaare, hasste es all die Jahre – dass ich´s heute noch in mir bewahre,
genau wie andre – großteils unsichtbaren Narben,
die mir den Spaß verdarben an Bezeichnungen wie Schokofarbe
-zu viele Sklaven starben um drüber zu lachen,
zu viele Leute sagen es scherzhaft um ´nen Spaß zu machen
Mutter und Freundeskreis sind farbenblind,
beschimpft als Mohr und Kohlensack wird aus dem Sonnenkind das Sorgenkind Live vor Ort im Kinderhort, wo Kleinste vorgelesen kriegen,
Thema sind Negerlein die sterben wie die Fliegen.
ein Kleiner weint, -am Ende sind’s ja wieder 10!
Spaß muss sein
– schlaf schnell ein – wer brav war der darf früher heim gehn
Führerlektüre neben den Kochbüchern von Oma
verdarben das Aroma, like the whole world is Arizona,
Wer hat Angst vorm schwarzem Mann?
Niemand bis der sich wehren kann,
und wenn er kommt dann laufen wir! –
der Wahnsinn fängt als Kind schon an!
Effekt ist Resistenz durch Intellekt wenn Du erst groß bist
Verwirrung die Tendenz wenn Onkel Benz dein Vorbild ist
Wenn es nach manchen Leuten ginge würden Schwarze nackt im Zwinger schwingen,
Für Dich klingt´s komisch ? – ich singe von reellen Dingen
Nach 16 Jahren von mentalem Beschuss ist endlich Schluss mit meinem Frust, die Lösung: – Positivrassismus! Plus: mir ist jetzt vieles mehr –
bewusst als bisher
Rassismus hin und her,
tangiert mich lediglich noch peripher
daher wird´s einfacher – wow – flow mit dem Verkehr
meine Hände nicht mehr leer – rolle – Model jetzt sogar für Sportswear
Repräsentier, live und hier Rap im Fernsehen
telegen, gern gesehen, für die Ladys erogen
kann Angst ertragen – die Leute auf den Straßen vor mir haben
verdränge sozusagen Fragen aus den ersten Tagen
Bedeutungen der Farben starben in allen Lebenslagen
Surf auf Stereotypgedanken – fahr mit Klasse Sportwagen
Shortie macht die Schere, ihr Typ kommt in die Quere
riecht nach ner Misere – zieh mich aus der Affaire
96 war die Premiere so als wenn es gestern wäre
Scheiß auf die Galeere – ab jetzt mache ich Karriere!
mach den Karl Louis Läufer, den Eddy Murphy Imitierer
mime den Drogendealer, spiele den Basketball und Footballspieler
Liebling vieler – Angstauslöser auch von vielen
die nicht vernünftig zielen, weil sie mir beim pinkeln auf den Pimmel schielen
Angst vorm Negroiden – schafft den Platz im Zugabteil
Der Positivrassimusmeister nutzt Klischees zu seinem Vorteil
macht sie zu seinem style – jongliert mit Attributen
das Gefühl ist nur noch ungut bei betrunkenen BW-Rekruten
Schwiegervater mag zwar wie Du rennst und singst
droht trotzdem seiner Tochter, dass sie bloß kein N*kind nach Hause bringt
Der Tag für ihn ein schwarzer, sieht seine Tochter schwarzfahren
der Afrikaner, den er kennt ist Tarzan, mit blonden Haaren
Schenk ihm ne Packung Dickmanns, dazu noch schöne Grüße
kratz mir die Nüsse, weil seine Süße steht auf N*küsse!
in der Medienwüste wird die Ehrlichkeit vermisst
Ob Sender diesen Song wohl spielen obwohl er unbequem ist
Augenblicklich – verändert Deutschland sich
ganz sicherlich
– sicher nicht nur Ãußerlich, ist plötzlich nicht mehr lÃcherlich offensichtlich – Dinge gelegentlich mal Ãrgerlich, bedrohlich bis bedauerlich
Doch Farbe – eher nebensÃchlich
Die Diagnosen über Amis und Franzosen schmeißen die Levis aus dem Schrank,
denn zum posen trÃgt man baggy Hosen
meine Prognose – Deutschland wird jetzt aufgeschlossen, (was?)
wer heute ein Star ist – wurde vor 70 Jahren noch erschossen
Das Hip Hop Ding begann als Sparte, doch ich warte
heutzutage ist der schwarze Peter eine Trumpfkarte
ich chill den Ring entlang und barze, Gras!
weiße Kiddies reden so – bewegen sich sogar wie Schwarze
Der Scheiß ist tief – einst verschrien als primitiv
Heutzutage nennen sich Deutsche (vorsicht Trigger) N*, –
meinen´s sogar positiv
Wer gestern noch der Bimbo war – ist sogar Moviestar
leider erscheint mir mancher move von einigen zuweilen sonderbar
Beim zappen sieht man Deppen, die wie Marionetten acten die Speichel lecken –
als wenn sie noch Ketten an den Beinen hÃtten!
HÃngen wie Zecken an den fetten KohlesÃcken
deshalb gibt es meine Texte auf Kassetten, LP’s und Disketten
Farbpaletten aller Facetten für „Black Music Music Lover
Die Leute tanzen heut zum Beat – nicht mehr nach dem Albumcover
– Leere – füllt sich jetzt mit AtmosphÃre
Scheiß auf die Karriere
denn jetzt mach ich’s für die Ehre
Denk ich an früher war der Wiederstand doch eher müde
jetzt gibt’s genügend Brüder mit der rechten Attitüde
geben sich Mühe –
um den Sprung zur Macht zu schaffen
indem sie VWL, BWL und Jura zur Berufung machen
In allen Sprachen, den Erleuchteten gefriert das Lachen
Ist das Erwachen die VerÃnderung im Jahr des Drachen
60 Millionen Sklaven, von denen es 8 Millionen schafften
die besten unter euch,
– ich hoffe für euch zu verkraften!
Als Talkgast mit Kohl und Kanzler bin ich zu brisant!
Kein schöner Land zu dieser Zeit
– die Toleranz ist sichtlich angespannt
Doch interessant, die mit Verstand haben´s erkannt –
hol deine Finsternisbrille
die Sonne geht jetzt auf im Abendland
Mein Deutsch ist wortgewandt –
Versprecher sind meist Freudsche
GerÃusche tÃuschen,
ich bin offiziell nur Bildungsdeutscher
Richtig – steuerpflichtig –
aber darf nicht wÃhlen
ist Ok – solange sich eure Kids auf unsere Partys stehlen
die 60´s Black Power, die 80´s Perestroika,
2000 ist es Hip Hop
Das ist mein Wort
als Afro Deutscher!

Danielle Boodoo-Fortuné

Trinidadian poet and artist

The Mixedbetweener

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